Rheingau-Taunus-Kreis (ots) –
Der Rheingau-Taunus-Kreis hat drei neue Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) für seine CBRN-Einheiten übernommen. Die baugleichen Fahrzeuge wurden in dieser Woche beim Fahrzeugausbauer ITURRI in Wilnsdorf übergeben und werden künftig in Bad Schwalbach, Eltville am Rhein und Idstein stationiert. Von dort aus kommen sie bei Gefahrgut- und CBRN-Lagen im gesamten Kreisgebiet zum Einsatz.
Mit der Fahrzeugübergabe geht ein umfangreiches Beschaffungsprojekt nach rund vier Jahren von der Ausschreibung bis zur Auslieferung zu Ende. Das Auftragsvolumen für die drei Fahrzeuge einschließlich ihrer umfangreichen Spezialausstattung beträgt insgesamt rund 2,8 Millionen Euro. Das entspricht etwa 930.000 Euro je Fahrzeug und ist eine der größten Investitionen des Rheingau-Taunus-Kreises in die Gefahrgutabwehr der vergangenen Jahre.
Die Neubeschaffung war erforderlich, da die bisherigen Gerätewagen vor rund 25 Jahren durch die jeweiligen Kommunen beschafft wurden und technisch wie taktisch nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig stellt der Rheingau-Taunus-Kreis seine Gefahrgutabwehr mit einem neuen operativ-taktischen CBRN-Konzept neu auf. Der Kreis übernimmt dabei die Verantwortung für die entsprechende Spezialausstattung und stellt den drei CBRN-Zügen moderne und einheitliche Einsatzmittel zur Verfügung. Damit wird zugleich sichergestellt, dass im gesamten Kreisgebiet auf eine vergleichbare technische Ausstattung zurückgegriffen werden kann.
Für die Bevölkerung bedeutet die neue Ausstattung vor allem eine leistungsfähigere Gefahrenabwehr bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen. Die Einsatzkräfte können Stoffe schneller erkennen und bewerten, Gefahrenbereiche genauer einschätzen und notwendige Schutzmaßnahmen gezielter einleiten. Gerade bei Lagen, in denen austretende Chemikalien, unbekannte Stoffe oder radioaktive Materialien eine Gefahr für Menschen und Umwelt darstellen können, ist eine schnelle und verlässliche Bewertung entscheidend.
Kreisbrandinspektor Christian Rossel dazu: „Für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte bedeutet die neue Ausstattung, dass sie bei Gefahrstofflagen mit moderner und einheitlicher Technik arbeiten können und im Ernstfall schnell die richtigen Maßnahmen einleiten können. Damit investiert der Rheingau-Taunus-Kreis ganz konkret in den Schutz der Bevölkerung.“
Die neuen Gerätewagen führen dafür umfangreiche Technik für Einsätze mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahrstoffen mit. Jedes Fahrzeug ist unter anderem mit neun Chemikalienschutzanzügen, moderner Mess- und Nachweistechnik für den A- und C-Einsatz, einer Wetterstation und einem pneumatischen Lichtmast ausgestattet. Für Dekontaminationsmaßnahmen stehen ein Dekontaminationszelt sowie ein Aufenthaltszelt einschließlich Heizung zur Verfügung.
Ein Tablet ermöglicht den Einsatzkräften direkt vor Ort die Recherche zu Gefahrstoffen und deren Eigenschaften. Ein wesentlicher Bestandteil des Fahrzeugkonzepts ist zudem die modulare Beladung auf Rollwagen. Über die Ladebordwand kann die jeweils benötigte Spezialausrüstung schnell und gezielt entnommen werden. Dazu gehören unter anderem Geräte zum Umpumpen und Auffangen gefährlicher Stoffe sowie Material für Dekontaminationsmaßnahmen.
Die drei Standorte sorgen zugleich für eine gute Verteilung der Spezialfahrzeuge im Kreisgebiet. Damit können die CBRN-Einheiten ihre Fähigkeiten bei entsprechenden Einsatzlagen kreisweit einbringen und sich bei größeren oder länger andauernden Einsätzen gegenseitig ergänzen.
Bevor die Fahrzeuge regulär in den Einsatzdienst gehen, steht nun die Ausbildung der Einsatzkräfte im Mittelpunkt. In den kommenden Wochen werden die neuen Gerätewagen und ihre umfangreiche Beladung im Rahmen intensiver Anwenderschulungen an den drei Standorten vorgestellt und praktisch beübt.
Mit der Übergabe der Fahrzeuge ist ein zentraler Baustein des neuen CBRN-Konzepts umgesetzt. Die Investition schafft damit nicht nur moderne Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte, sondern verbessert ganz konkret die Möglichkeiten, die Bevölkerung bei Gefahrstoff- und CBRN-Lagen schnell und wirksam zu schützen.
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