Frankfurt am Main / Kaiserslautern / Kassel / Kirkel / Mainz / Saarbrücken / Wiesbaden (ots) –
Das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main (ZFA) blickt auf ein erfolgreiches Ermittlungsjahr 2025 zurück. Die Ermittlungen konzentrierten sich hierbei insbesondere auf die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Rauschgiftkriminalität, der Verbrauchsteuerkriminalität, der Geldwäsche sowie des Schmuggels verbotener und beschränkter Waren durch die nachhaltige Zerschlagung krimineller Strukturen.
Im Jahr 2025 leiteten die Ermittlerinnen und Ermittler des ZFA Frankfurt am Main insgesamt 1.948 neue Ermittlungsverfahren gegen 2.189 Tatverdächtige ein. Im Rahmen der Verfahren wurden unter anderem 154 Personen vorläufig festgenommen, 109 Haftbefehle und 345 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt sowie Freiheitsstrafen von 343 Jahren erwirkt. Darüber hinaus konnten Vermögenswerte in Höhe von rund 13,3 Millionen Euro gesichert und Geldstrafen in Höhe von 416.443 Euro verhängt werden.
Schwerpunkt Rauschgiftkriminalität
Die Bekämpfung des internationalen Betäubungsmittelschmuggels bildete auch 2025 einen Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit. Insbesondere bei synthetischem Rauschgift und Cannabisprodukten verzeichnete das ZFA Frankfurt am Main erneut steigende Sicherstellungsmengen.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen insbesondere die Sicherstellungen von Amphetamin (194 kg auf 239 kg), LSD (17.269 auf 69.600 St.), Crystal Meth (113 kg auf 719 kg) und weiteren Amphetaminderivaten (17 kg auf 214 Kg) an. Bei Haschisch (88 kg auf 1.359 kg) und Marihuana (3.571 kg auf 8.434 kg) vervielfachten sich die Sicherstellungsmengen. „Entgegen der irrigen Annahme bleibt die Einfuhr, Durchfuhr und Ausfuhr von Cannabis trotz Teillegalisierung nach wie vor verboten und wird strafrechtlich verfolgt“, erklärt Dr. Nicole Siebert, Leiterin des ZFA Frankfurt am Main.
Besonders hervorzuheben ist die bislang größte bekannte Sicherstellung von Crystal Meth im Luftfrachtverkehr in Deutschland. Ermittlerinnen und Ermittler des ZFA Frankfurt am Main beschlagnahmten am Frankfurter Flughafen rund 160 Kilogramm kristallines Methamphetamin, welches in einer Maschine zur Herstellung von Pflastersteinen professionell versteckt war. Durch die internationale polizeiliche Zusammenarbeit konnten vier Tatverdächtige in den Niederlanden festgenommen werden (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z31_sicherstellung_flugverkehr_zfaffm.html).
Im Rahmen eines weiteren Ermittlungsverfahrens der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Hessen stellten die Einsatzkräfte rund 350 Kilogramm Marihuana, mehr als 200 Kilogramm Amphetamin sowie 186 Liter Codein sicher. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z21_cannabis_zfaffm.html). Darüber hinaus gelang es Zollfahnderinnen und Zollfahndern im Sommer 2025, rund 432 Kilogramm Haschisch in einem aus Spanien kommenden Lastkraftwagen aufzuspüren. Zwei Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z23_haschisch_zfaffm.html).
„Der internationale Rauschgifthandel nutzt globale Lieferketten und Verschleierungsmöglichkeiten mit hoher Professionalität. Gleichzeitig zeigen unsere Ermittlungen immer wieder, dass auch professionell organisierte Strukturen und vermeintlich sichere Tatmodalitäten Schwachstellen haben“, konstatiert Dr. Nicole Siebert.
So konnte die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift des ZFA Frankfurt am Main und des LKA Rheinland-Pfalz eine mutmaßliche kriminelle Gruppierung zerschlagen, die im großen Stil unerlaubt Rauschgift und verschreibungspflichtige Arzneimittel über das Darknet handelte. Hierbei wurden Onlineverkaufsplattformen für inkriminierte Waren in Finnland und Großbritannien erfolgreich gesichert und Beweismittel beschlagnahmt. Die Einsatzmaßnahmen waren Teil einer von Europol koordinierten internationalen Operation gegen den Handel mit gefälschten Arzneimitteln (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z06_darknetdealer_zfaffm.html).
Verbrauchsteuerkriminalität weiterhin auf hohem Niveau
Auch die Bekämpfung der Verbrauchsteuerkriminalität, und damit letztlich der Einsatz gegen Steuerhinterziehung an der Allgemeinheit, blieb 2025 ein wesentlicher Bestandteil der Ermittlungsarbeit. Insbesondere beim Schmuggel unversteuerter Zigaretten und Tabakwaren konnten erneut hohe Sicherstellungen getätigt werden. Im Jahr 2025 stellte das ZFA Frankfurt am Main insgesamt rund 9 Millionen unversteuerte Zigaretten sicher. Darüber hinaus beschlagnahmten die Ermittlerinnen und Ermittler über 15.000 Liter sogenannter unversteuerter Tabaksubstitute, die vorwiegend als Liquids in E-Zigaretten konsumiert werden.
Im Rahmen verschiedener Ermittlungsverfahren wurden illegale Lagerstätten, z. T. in Garagen oder Geschäftsräumen identifiziert und ausgehoben, eine illegale Herstellungsanlage für unversteuerte Zigaretten beschlagnahmt sowie mutmaßlich gefälschte und unversteuerte Tabakwaren sichergestellt werden (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Zigaretten/2025/z12_illegale_tabakherstellungsanlage_zfaf.html).
Verbotene und beschränkte Waren im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit lag auf der Bekämpfung des illegalen Handels mit verbotenen und beschränkten Waren. Hierzu zählen insbesondere illegale Waffen und Pyrotechnik, gefälschte oder nicht zugelassene Arznei- und Dopingmittel sowie Verstöße gegen artenschutzrechtliche und markenschutzrechtliche Vorschriften. Insbesondere im Bereich der illegalen Pyrotechnik gelang den Frankfurter Zollfahnderinnen und Zollfahndern 2025 ein größerer Ermittlungserfolg gegen den illegalen Handel mit pyrotechnischen Gegenständen.
Im Kreis Groß-Gerau wurden im Rahmen von Durchsuchungsmaßnahmen über eine halbe Tonne illegaler Pyrotechnik sichergestellt. Darunter befanden sich unter anderem 582 Kugel- und Zylinderbomben mit einer Nettoexplosivstoffmasse von rund 145 Kilogramm (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Sonstiges/2025/z92_pyrotechnik_zfa_ffm.html).
Auch im Bereich illegaler Arznei- und Dopingmittel führten die Ermittlungen erneut zu umfangreichen Sicherstellungen, wie bspw. 3 Tonnen gefälschtem Arzneimittelpulver sowie rund 48.400 illegalen Arzneitabletten und rund 25.000 Dopingmittelpräparaten. Darüber hinaus verfolgte das ZFA Frankfurt am Main Verstöße gegen Artenschutzbestimmungen konsequent und zog knapp 600 Stück verbotene Waffen aus dem Verkehr.
„Illegale Pyrotechnik, Waffen oder gefälschte Arzneimittel, die unerlaubt in das Bundesgebiet eingeführt werden, bergen erhebliche Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. Hinter diesen Deliktsbereichen stehen häufig professionell organisierte Täterstrukturen, die hohe Gewinne erzielen und einen möglichen Schaden an den Menschen bewusst in Kauf nehmen“, so Dr. Nicole Siebert.
Finanzermittlungen und Vermögensabschöpfung
Parallel zu den klassischen strafprozessualen Maßnahmen kommen die Bekämpfung der Geldwäsche, Finanzermittlungen und Vermögensabschöpfungen bei den Ermittlungen des ZFA Frankfurt am Main zum Einsatz. „Ziel ist es, Tätergruppierungen nicht nur strafrechtlich zu verfolgen, sondern ihnen zugleich die wirtschaftliche Grundlage und den finanziellen Anreiz ihrer kriminellen Aktivitäten zu entziehen. Daher richtet sich unser Fokus auch auf die finanziellen Strukturen hinter den Taten“, so die Leiterin des ZFA Frankfurt am Main.
Zusatzinformationen
Ein Auszug aus der Bilanz 2025 ist der Pressemitteilung beigefügt.
Das Zollfahndungsamt (ZFA) Frankfurt am Main ist mit seinen über 340 Beschäftigten eines von insgesamt acht Zollfahndungsämtern bundesweit und ist dem Zollkriminalamt als Teil der Generalzolldirektion nachgeordnet. Aufgabe des ZFA Frankfurt am Main ist die Bekämpfung der schweren und organisierten Zollkriminalität. Insbesondere in den Deliktsbereichen der grenzüberschreitenden Zigaretten- und Betäubungsmittelkriminalität, der Waffen- und Sprengstoffkriminalität, der Produktpiraterie, dem Arznei- und Dopingmittelschmuggel, bei Verstößen gegen den Artenschutz sowie bei der Hinterziehung von Einfuhrabgaben und Geldwäschedelikten werden die Frankfurter Zollfahnderinnen und Zollfahnder tätig. Mit den weiteren Dienstsitzen in Kaiserslautern und Kassel ist das ZFA Frankfurt am Main unter anderem für die Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen örtlich zuständig. Hinzu kommen weitere Landkreise bzw. Gemeinden der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen sowie der Freistaaten Thüringen und Bayern. Vier Gemeinsame Ermittlungsgruppen Rauschgift (GER) mit Sitz beim Polizeipräsidium in Frankfurt am Main, den Landeskriminalämtern in Wiesbaden und Mainz sowie der Landespolizeidirektion Saarland, drei Gemeinsame Finanzermittlungsgruppen (GFG) in Wiesbaden, Mainz und Saarbrücken sowie der Lage- und Informationsdienst (LID) in Saarbrücken komplettieren das ZFA Frankfurt am Main.
Rückfragen bitte an:
Zollfahndungsamt Frankfurt am Main
Pressesprecherin
Carina Orth
Telefon: 069/50775-133
E-Mail: [email protected]
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