Frankfurt am Main (ots) –
Nach sechs Tagen ist die Übung Bevölkerungsschutz „ÜB’s! 2026“ in Frankfurt am Main erfolgreich beendet. Unter dem Motto „Mehr ins Üben kommen!“, haben vom 7. bis 12. September städtische Ämter, Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen, Katastrophenschutzeinheiten und weitere beteiligte Stellen gemeinsam Krisen- und Gefahrenlagen trainiert.
„Bevölkerungsschutz funktioniert nur im Zusammenspiel. Genau dieses haben wir mit der ÜB’s! 2026 intensiv trainiert.“, erklärt Tim Staubach, Projektleiter der Übung Bevölkerungsschutz. „Im Mittelpunkt der diesjährigen Übung standen unter anderem das Lernen und die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg. Wir haben erneut gesehen, was bereits gut funktioniert, aber auch, an welchen Stellen wir unsere Abläufe weiter verbessern können. Diese Erkenntnisse sind für unsere Vorbereitung besonders wertvoll.“
Stabsarbeit: Gemeinsam handeln in komplexen Lagen
Vom 8. bis 10. September trainierten das Krisenmanagement der Stadt Frankfurt und der operativ-taktische Führungsstab der Feuerwehr gemeinsam mit dem Führungsstab der Polizei. Dieses parallele Zusammenspiel dreier Stäbe in diesem Umfang war für Frankfurt Neuland – wurde aber souverän gemeistert. Dabei wurden komplexe und hybride Gefahrenlagen simuliert. Pro Tag wechselten die Teilnehmenden der Stabsübungen, um möglichst viele Menschen ins Üben zu bringen.
„Die Übungstage waren intensiv“, beschreibt Martin-Benedikt Schäfer, Dezernent für Ordnung, Sicherheit, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz der Stadt Frankfurt am Main, seine Erfahrungen aus dem Verwaltungsstab. „Wir haben von morgens bis abends geübt. Genau das ist wichtig: Wir müssen uns auf komplexe und hybride Bedrohungslagen vorbereiten. Gerade in der heutigen Zeit ist es entscheidend, dass die verschiedenen Akteure ihre Zusammenarbeit regelmäßig trainieren.“
Insgesamt waren rund 800 Personen an der ÜB’s! 2026 beteiligt. Die unterschiedlichen Übungsanteile haben dabei ineinandergegriffen: Während die Stabsübungen vor allem Entscheidungsprozesse und die übergreifende Koordination in den Blick genommen haben, lag bei den operativen Übungen der Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung und Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vor Ort.
„Frankopia“: Katastrophenschutz trainiert im Frankfurter Osthafen
Neben einer operativen Übung von Berufsfeuerwehr, Rettungsdienst und Polizei am Freitagnachmittag war in diesem Jahr auch die jährliche Katastrophenschutzübung „Frankopia“ Teil der Bevölkerungsschutzübung ÜB’s! 2026. Bereits zum 19. Mal übten Katastrophenschutzeinheiten des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Technischen Hilfswerks, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sowie der Freiwilligen Feuerwehr und Berufsfeuerwehr gemeinsam. Wie in den vergangenen Jahren fand die Übung im Osthafen statt. Das Gelände bietet mit seiner besonderen Infrastruktur ideale Voraussetzungen, um größere Einsatzlagen realitätsnah ohne größere Einschränkungen für die Stadt zu simulieren. Rund 350 Einsatzkräfte wurden in der 24-Stunden Übung mit vier großen Szenarien konfrontiert. Unter anderem wurde in diesem Jahr die Beschädigung kritischer Infrastruktur sowie die Rettung eigener Einsatzkräfte beübt.
„Es ist jedes Jahr eine Freude zu sehen, wie hunderte von Einsatzkräften zusammenarbeiten, die normalerweise in dieser Konstellation nie zusammenkommen,“ sagt Norbert Klein, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen. „Die Übung war herausfordernd. So soll es auch sein. Ich freue mich bereits jetzt auf das Wiedersehen in 2027.“
Podiumsdiskussion Zivilschutz
Ebenfalls Teil der Übung Bevölkerungsschutz war die Podiumsdiskussion „Zivilschutz in der Stadt Frankfurt. Worauf müssen wir uns vorbereiten?“ Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Ukraine-Projekt des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfeorganisiert. Neben Amtsleiter Markus Röck, Sicherheitsdezernent Martin-Benedikt Schäfer und Leiterin des Presse- und Informationsamts Jana Kremin war auch Hessens Innenminister Prof. Roman Poseck Teil des Panels. Als besonderer Ehrengast berichtete Volodymyr Foshchan, Deputy Head of the Critical Infrastructure Security Measures Department of SESU Headquarters, wichtige Erfahrungen aus der Ukraine. Moderiert wurde die Diskussion von FAZ-Journalistin Mechtild Harting. In der Diskussion ging es nicht nur darum, was wir aus der Ukraine lernen können. Die Teilnehmenden sprachen auch über die größten Baustellen für den Frankfurter Zivilschutz in den kommenden Jahren. Das Ergebnis: Es gibt einiges zu tun, doch wir sind auf dem richtigen Weg.
Aus der Übung für die Zukunft lernen
Mit dem Ende der ÜB’s! 2026 ist die Arbeit nicht abgeschlossen. In den Wochen nach der Übung werden die Erfahrungen der Beteiligten und die Beobachtungen aus den einzelnen Übungstagen systematisch zusammengeführt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Aus- und Fortbildung sowie in die Arbeit des KriVo-Netzwerks (Krisenvorbereitung) und der Frankfurter Taktikschule der Branddirektion mit ein. Auch die zuständigen städtischen Gremien werden über zentrale Erkenntnisse informiert.
„Ich bin beeindruckt, in welchem Maßstab und mit welchem Engagement bei der Übung Bevölkerungsschutz 2026 für den Ernstfall geübt wird. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, dem Haupt- sowie dem Ehrenamt, die sich mit dieser Übung für die Sicherheit unserer Stadt einsetzten,“ sagt Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef. „Ich bin überzeugt: Mit jeder Übung gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse, entwickeln unsere Strukturen weiter und stellen Frankfurt noch besser auf mögliche Krisen- und Gefahrenlagen ein.“
Die ÜB’s! 2026 ist Teil eines kontinuierlichen Prozesses
„Die Szenarien, auf die wir uns vorbereiten müssen, verändern sich mit der aktuellen geopolitischen Lage. Ich bin sehr dankbar für den Austausch mit der ukrainischen Delegation. Für uns gibt es in den kommenden Jahren einiges zu tun,“ resümiert Markus Röck, Amtsleiter in der Branddirektion Frankfurt am Main. „Doch eines bleibt unverändert. Vorbereitung gibt Sicherheit für die Einsatzkräfte genauso wie für die Bevölkerung. Deshalb werden wir den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen: Mehr üben, Erfahrungen austauschen und die Erkenntnisse aus jeder Übung in unsere Konzepte einbringen.“
Krisenvorsorge ist keine einmalige Aufgabe. Strukturen, Abläufe und die Zusammenarbeit müssen regelmäßig überprüft und gemeinsam trainiert werden. Die Übung Bevölkerungsschutz soll dazu beitragen, dass Frankfurt auch in komplexen und außergewöhnlichen Lagen handlungsfähig bleibt.
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